Wie alles beginnt

By Sindy&Maik | Comments: 0 | Juni 10, 2017

Eigentlich begann alles mit einem Spaziergang. Wir entdeckten, als wir gemeinsam über den Neumarkt in Dresden schlenderten, ein leer stehendes Geschäft, in den kein Aushang oder Zettel hing, ob der Laden zu vermieten sei. Beim anschließenden Mittagessen im Restaurant direkt gegenüber, mit Blick auf den leerstehenden Laden, philosophierten wir gemeinsam, ob er wohl vermietet ist und wie es denn wäre, wenn wir dort unser eigenes Geschäft eröffnen würden.

Erst lachten und blödelten wir darüber, aber mit der Zeit wurde der Gedanke immer realer und nicht mehr so abwegig. Um unsere Gedanken zu beruhigen, ob der Laden zu vermieten sei (was unsere Gedanken wahrscheinlich verworfen hätte) gingen wir in das Geschäft neben an und fragten, ob sie wissen, wer denn der Vermieter sei. Leider konnten Sie uns nicht helfen und meinte nur: „Ihr seid ungefähr die 10ten, die mich wegen dem Laden fragen.“ Wir fragten uns weiter durch, bis wir schließlich in einem Hotel einen netten Angestellte trafen, der uns eine Telefonnummer gab. Sofort riefen wir die Nummer an. Am anderen Ende sagte man uns:“ Ja, der Laden ist noch frei und zu vermieten“. Wir beide schauten uns lachend an und vereinbarten einen Besichtigungstermin.

Der Sitz der Vermietung war in Berlin, wo durch Zufall zu diesem Zeitpunkt mehrere Modemessen stattfanden, auf denen wir erste Kontakte mit Lieferanten knüpfen könnten. Wir vereinbarten einen Termin und fuhren voller Vorfreude nach Berlin. Ob die Vermietung uns den Laden zusagt, oder ob man denn überhaupt mit uns zusammen arbeiten möchte, waren unsere Gedanken. Es hing viel von der Fahrt nach Berlin ab, denn wir wollten jetzt unbedingt diesen Laden! In den vielen Jahren, die wir beide im Einzelhandel tätig waren, sammelten wir viel Erfahrung und wussten, wie das System Einzelhandel und sowie die Messen funktionieren. An unserem ersten Tag in Berlin fuhren wir direkt auf die Messe, für die wir uns im Vorfeld angemeldet hatten. Dort angekommen liefen wir zum Haupteingang und standen plötzlich mitten im Fashion-Getümmel. Es erschlug uns fast, ein Gewusel aus top gestylten Menschen und Messeständen schlug uns entgegen, ein hoher Lärmpegel und grelles Licht blendeten uns und nun sollten wir an einen Messestand gehen und uns vorstellen? Vielleicht nicht sofort wir machten auf dem Absatz kehrt und gingen an die frische Luft. Ich tauschte meine hohen Schuhe gegen bequeme flache Schuhe. Der nächste Weg führte uns zum Weinstand. Nach einem Glas Wein gingen wir erneut zum Eingang, diesmal aber gefasster….

Schnell war uns klar, welche Marken zu uns passten und wir stellten uns bei den ersten Lieferanten vor. Überraschenderweise stießen wir nicht auf Ablehnung oder Skepsis, sondern auf Interesse und Hilfsbereitschaft. Wir tauschten viele Kontakte und führten gute Gespräche. Leider konnten wir noch keine Ware bestellen, denn der Termin mit der Vermietung war ja erst am nächsten Tag. Mit den Eindrücken vom ersten Messetag liesen wir den Tag gemütlich ausklingen. Am Morgen darauf war es soweit, es stellte sich die Frage ob die Vermietung uns zwei „Neulingen“ eine Chance gibt und an uns vermietet. Das Büro war nicht weit von unserem Hotel und wir liefen die zwei Querstraßen zu Fuß. Voller Elan und mit unseren aufgeschriebenen Ideen und Unterlagen unter dem Arm.

Nun saßen wir der Vermieterin gegenüber, die uns etwas skeptisch ansah. Wir erzählten Ihr, was wir uns für den Laden vorstellen und von unseren Ideen und Visionen. Langsam lächelte Sie uns an und meinte:“ Sie zählen alle Dinge positiv auf, die für die Vormieter alle negativ waren.“ Natürlich sahen wir das gegenüberliegende Restaurant als positiv, auch die Tiefgarageneinfahrt eines 5Sterne Hauses war unserer Meinung nach nichts negatives, da jeder Gast bereits einmal an unserm Laden vorbei müsse. Die vielen kleinen Geschäfte neben uns, würden uns ebenfalls Kunden bringen. Der Laden lag für uns einfach perfekt und hatte die richtige Größe und Ausstrahlung. Unter der Voraussetzung einige Unterlagen nachzureichen, sagte Sie uns lachend den Laden zu. Nun wussten wir, es konnte endlich richtig los gehen!

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